RGZV Göttingen-Grone von 1950
Aktuelles
Termine 2019
Mitglied werden
Unser Verein
Unser Nachwuchs
Unser Geflügel
Crèvecoeur
Deutsches Lachshuhn
Orpington
Ostfriesische ZMöwen
Varias MacTaggart
Superglucke
Unsere Schauen
Impressum
Datenschutz

  Die Superglucke

Wir (Oliver und Clara) möchten hier mal unser "Superglucke“ vorstellen.
Sicher werden sich so einige Züchter, wenn sie das lesen, an den Kopf fassen oder ihn zu mindestens ungläubig schütteln. Aber um unseren Hühnerfreunden und Hobbyzüchtern einmal zu zeigen, was möglich ist und was für kleine Wunder es in der Hühnerwelt gibt, erzählen wir davon.


Wir haben vor zwei Jahren eine Zwerghuhnmixhenne gekauft, in dem Glauben das es eine ostfriesische Zwerghuhnmöwe in goldgeflockt sei. (Was sich später als falsch rausstellte. Wir haben damals gerade erst angefangen uns ein paar Hühner zuzulegen und kannten alle Rassen nur aus Büchern oder dem Internet.)
Schon von Anfang an war sie eine besondere und sehr liebevolle Glucke. Man konnte ihr auch jederzeit problemlos fremde Eier unterschieben. Sie zog sie allesamt groß.
Letztes Jahr hatten wir dann das erste erstaunliche Erlebnis mit ihr. Eine andere Glucke, noch ziemlich jung verließ ihre Jungen Küken zu früh. Es waren drei Orpingtonküken. (Gewicht Zwerghuhn: 800g -1kg und Gewicht Orpington: 3-4 kg zum Vergleich) Sie waren zudem Zeitpunkt schon 1/3 mal so groß wie die Zwerghuhnmixhenne. Das Zwerghuhn hatte gerade selber noch Küken, die sie führte. Als es dann abends kälter wurde gingen die Kleinen der Henne unter ihre Mutter. Die Orps aber suchten ihre Mutter, die sich aber schon zum Schlafen auf die Stange gesetzt hatte. Da kamen die Kleinen aber nicht hin. Nun gingen die Küken ganz vorsichtig zu der Zwerghenne, die noch am Boden schlief und kuschelten sich einfach mit unter. 
Wir dachten, jetzt knallt es gleich...Aber Fehlanzeige: Mama Zwerghuhn machte sich ganz breit und versuchte alle unter zu bekommen, was bei der Größe der Orps und ihren eigenen Küken ziemlich schwierig war. Es klappte aber trotzdem noch ein paar Wochen, bis schließlich alle Küken ihre eigenen Wege gingen.

Dieses Jahr sind wir einen Schritt weitergegangen. Aber von Anfang an: 


Am 24.2. brütete eine Glucke drei Küken aus und am 28.2. unser Zwerghuhn zwei Küken. Leider gab es durch einen Anfängerfehler unsererseits Tumult zwischen beiden Glucken. Die Nester waren einfach zu nah aneinander. Da haben sie sich ständig die Eier geklaut. Dabei starb ein Küken. Wir handelten schnell und separierten die Zwerghenne und haben ihr auch noch die zwei Küken von der anderen Glucke untergeschoben. Die waren in der Zwischenzeit nämlich freiwillig zu ihr rüber gewandert. 
Am 10.3. kam aus unserem Brutautomat leider nur ein Küken. Wir überlegten hin und her, ob wir versuchen sollten es noch der Mama unterzuschieben. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, weil sie schon ein paar Tage ohne Bruteier war. Erst versuchten wir einer anderen Glucke das Küken unterzuschieben, aber das misslang leider. So hatten wir fast keine Wahl, wenn das kleine Küken nicht ganz alleine aufwachsen sollte und wagten das Experiment. Unterschieben (wenigstens das hatten wir gelernt) macht man nur im Dunkeln. Wir kamen in den Raum wo Mama Huhn mit ihren Kleinen saß. Das kleine Küken piepste ganz laut, da es ja auf einmal sehr kalt geworden war, so außerhalb der Brutmaschine. Sofort machte Mamahuhn Gluckgeräusche. Wir versuchten ihr das Kleine vorsichtig unterzuschieben, was ja in der Dunkelheit gar nicht so einfach ist. Aber sobald ein wenig Licht durch die Taschenlampe auf sie schien, kamen gleich ihre drei Kleinen unter ihr hervor. Nun saß das kleine neben Mamahuhn und war ein wenig planlos. Mamahuhn schaute und wir dachten erst, jetzt will sie es wegpicken. Fehlanzeige, sie hatte nur gesehen das auf dem Küken ein bisschen Einstreu hing und das pickte sie ganz vorsichtig runter. Eine Halbestunde später schauten wir nochmal nach und alle waren unter Mamahuhn und schliefen.


Am 13.3., also 14 Tage später sind nochmal 4 Küken aus dem Brutautomaten geschlüpft. Ich sagte gleich, die schieben wir Mamahuhn auch noch unter. Clara war da schon eher skeptischer. Dennoch wagten wir auch diesen Versuch. Es war wie bei dem einzelnen Küken. Wir kamen in den Raum und sofort fingen die Gluckgeräusche wieder an. Wir schoben ihr alle vier unter. Oh Wunder, auch das lief hervorragend!
Wobei, eine kleine Einschränkung gibt es: Da die ersten Küken schon so agil sind, laufen sie und Mama Huhn tagsüber schon herum. Deswegen ist die Wärmelampe für die Nachzügler über Tag unerlässlich. Aber in der Nacht schlafen alle zusammen unter Ihrer Supermama.
Wenn sich jetzt jemand fragt, warum wir immer nur so wenig Küken haben, dann liegt das daran, dass wir dieses Jahr leider eine sehr schlechte Befruchtungsrate und auch Schlupfrate haben. An beiden Problemen arbeiten wir aber energisch.


Zum Schluss möchten wir aber warnen: Das ist eine Ausnahmeglucke!!! Das kann voll in die Hose gehen, wenn man es einfach bei einer anderen Glucke ausprobiert. Wir hatten diesbezüglich sehr viel Glück und sind dankbar das sie uns den Anfang vom Züchten so leichtgemacht hat. Wenn ihr auch Küken unterschieben wollt und das noch nie gemacht habt, dann raten wir euch, wendet euch an einen erfahrenen Züchter und natürlich an uns. Ansonsten besteht leider Lebensgefahr für die Küken, wenn die Glucke sie nicht anerkennt. Auch solche Hennen haben wir bei uns im Stall. Man muss seine Hennen dazu genau kennen und beobachten!

 


 

 

info@RGZV-Goettingen-Grone.de